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Cäsar

Cäsar Verschlüsselung

Aufgabe

So funktioniert die Cäsar-Verschlüsselung

Jeder Buchstabe wird um eine feste Zahl von Stellen im Alphabet verschoben; nach Z geht es bei A weiter. Diese Zahl ist der Schlüssel. Unverschlüsselter Text heißt Plaintext, verschlüsselter Text Ciphertext. Mit dem Schlüssel $1$ wird aus HELLO der Ciphertext IFMMP:

PlaintextHELLO
+ Schlüssel$1$$1$$1$$1$$1$
= CiphertextIFMMP

Zum Rechnen nummeriert man die Buchstaben: A (oder a) ist $0$, B ist $1$, …, Z ist $25$. Ist $p_i$ die Nummer des $i$-ten Buchstabens im Plaintext und $k$ der Schlüssel, dann ist die Nummer des $i$-ten Buchstabens im Ciphertext

$c_i = (p_i + k)$ % 26

Dabei bedeutet % 26 „Rest bei der Division durch 26“; so geht es nach Z wieder bei A los. Beispiel Hey mit dem Schlüssel $3$:

PlaintextHey
Nummer im Alphabet$7$$4$$24$
+ Schlüssel $3$$10$$7$$27$
% 26$10$$7$$1$
= CiphertextKhb

Warum das Verfahren nach Cäsar heißt, steht am Ende der Seite unter „Zum Weiterlesen“.

Demo

Spezifikation

Entwerfen und implementieren Sie ein Programm, caesar, das Nachrichten mit der Cäsar-Verschlüsselung verschlüsselt.

  • Implementieren Sie Ihr Programm in C in einer Datei namens caesar.c in einem Ordner namens caesar.
  • Ihr Programm muss ein einzelnes Kommandozeilenargument akzeptieren, eine nicht-negative Ganzzahl. Nennen wir diese im weiteren Verlauf der Einfachheit halber $k$.
  • Wenn Ihr Programm ohne Kommandozeilenargumente oder mit mehr als einem Kommandozeilenargument ausgeführt wird, sollte Ihr Programm eine Fehlermeldung Ihrer Wahl (mit printf) ausgeben und sofort einen Wert von 1 aus main zurückgeben (was normalerweise einen Fehler signalisiert).
  • Wenn eines der Zeichen des Kommandozeilenarguments keine Dezimalziffer ist, sollte Ihr Programm die Nachricht Usage: ./caesar key ausgeben und einen Wert von 1 aus main zurückgeben.
  • Gehen Sie nicht davon aus, dass $k$ kleiner oder gleich 26 ist. Ihr Programm sollte für alle nicht-negativen Ganzzahlwerte von $k$ funktionieren, die kleiner als $2^{31} - 26$ sind. Das heißt, Sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn Ihr Programm irgendwann nicht mehr funktioniert, wenn der Benutzer einen Wert für $k$ wählt, der zu groß oder fast zu groß ist, um in einen int zu passen. (Erinnern Sie sich daran, dass ein int überlaufen kann.) Ansonsten gilt aber: Auch wenn $k$ größer als 26 ist, sollten in das Programm eingegebene alphabetische Zeichen auch bei der Ausgabe alphabetische Zeichen bleiben. Wenn $k$ beispielsweise $27$ ist, sollte A nicht zu \ werden, auch wenn \, laut asciitable.com, 27 Positionen von A im ASCII-Code entfernt ist; A sollte zu B werden, da B 27 Positionen von A entfernt ist, vorausgesetzt, Sie laufen von Z zu A über.
  • Ihr Programm muss plaintext: (mit zwei Leerzeichen, aber ohne Zeilenumbruch) ausgeben und den Benutzer dann einen string mit dem Plaintext eingeben lassen (mithilfe von get_string).
  • Ihr Programm muss ciphertext: (mit einem Leerzeichen, aber ohne Zeilenumbruch) gefolgt vom entsprechenden Ciphertext des Plaintexts ausgeben, wobei jedes alphabetische Zeichen im Klartext um k Positionen “rotiert” wird; nicht-alphabetische Zeichen sollten unverändert ausgegeben werden.
  • Ihr Programm muss die Groß-/Kleinschreibung beibehalten: Großbuchstaben müssen, trotz Rotation, Großbuchstaben bleiben; dasselbe gilt für Kleinbuchstaben.
  • Nachdem der Ciphertext ausgegeben wurde, sollten Sie einen Zeilenumbruch ausgeben. Ihr Programm sollte dann durch Rückgabe von 0 aus main beendet werden.

Hilfestellung

Wie soll man anfangen? Nähern wir uns dieser Aufgabe Schritt für Schritt.

Pseudocode

Schreiben Sie zuerst eine main Funktion in caesar.c, die das Programm nur mit Pseudocode skizziert, auch wenn Sie (noch!) nicht sicher sind, wie Sie es mit richtigem Code implementieren sollen.

Tipp

Es gibt mehr als eine Möglichkeit, dies zu tun, hier ist nur eine davon!

int main(int argc, string argv[])
{
    // Make sure program was run with just one command-line argument

    // Make sure every character in argv[1] is a digit

    // Convert argv[1] from a `string` to an `int`

    // Prompt user for plaintext

    // For each character in the plaintext:

        // Rotate the character if it's a letter
}

Es ist in Ordnung, Ihren eigenen Pseudocode zu bearbeiten, nachdem Sie diesen hier gesehen haben, aber kopieren Sie ihn nicht einfach in Ihren eigenen!

Befehlszeilen-Argumente zählen

Wie auch immer Ihr Pseudocode aussieht, lassen Sie uns zunächst nur den C-Code schreiben, der prüft, ob das Programm mit einem einzigen Befehlszeilenargument ausgeführt wurde.

Hierzu müssen Sie Änderungen an der main-Funktion vornehmen. Diese sollte "Usage: ./caesar key\n" ausgeben und dann durch die Rückgabe von 1 das Programm beenden, wenn der Benutzer keine Befehlszeilenargumente oder zwei oder mehr angibt. Wenn der Benutzer genau ein Befehlszeilenargument angibt, sollte das Programm erst einmal nichts ausgeben und einfach 0 zurückgeben. Das Programm sollte sich also wie im Folgenden gezeigt verhalten:

$ ./caesar
Usage: ./caesar key
$ ./caesar 1 2 3
Usage: ./caesar key
$ ./caesar 1
Tipps
  • Erinnern Sie sich daran, dass Sie mit printf etwas ausgeben können.
  • Erinnern Sie sich daran, dass eine Funktion mit return einen Wert zurückgeben kann.
  • Erinnern Sie sich daran, dass argc die Anzahl der Befehlszeilenargumente enthält, die an ein Programm übergeben werden, und auch den Namen des Programms selbst.

Überprüfen des Schlüssels

Jetzt, da Ihr Programm (hoffentlich!) die Eingaben wie vorgeschrieben akzeptiert, ist es Zeit für den nächsten Schritt.

Fügen Sie unterhalb von main eine Funktion hinzu, die z.B. only_digits heißt, die einen string als Argument nimmt und true zurückgibt, wenn dieser string nur Ziffern, 0 bis 9, enthält, andernfalls gibt sie false zurück. Stellen Sie sicher, dass Sie den Prototyp der Funktion auch über main einfügen.

Tipps
  • Wahrscheinlich brauchen Sie einen Prototyp wie diesen:

    bool only_digits(string s);

    Und stellen Sie sicher, dass Sie cs50.h in Ihre Datei einbinden, so dass der Compiler string (und bool) erkennt.

  • Erinnern Sie sich daran, dass ein string einfach ein Array ist, das aus char besteht.

  • Erinnern Sie sich, dass strlen, deklariert in string.h, die Länge von einem string zurückgibt.

  • Sie könnten zudem isdigit, deklariert in ctype.h, als hilfreich empfinden, siehe manual.cs50.io. Aber beachten Sie, dass diese immer nur ein char auf einmal prüft!

Dann passen Sie main so an, dass diese only_digits auf argv[1] aufruft. Wenn diese Funktion false zurückgibt, dann sollte main "Usage: ./caesar key\n" ausgeben und 1 zurückgeben. Andernfalls sollte main weiterhin erst einmal nur 0 zurückgeben. Das Programm sollte sich also wie folgt verhalten:

$ ./caesar 42
$ ./caesar banana
Usage: ./caesar key

Verwenden des Schlüssels

Ergänzen Sie nun main so, dass es argv[1] in einen int umwandelt. Hierbei könnte Ihnen etwa atoi behilflich sein, das gemäß Handbuch in stdlib.hdeklariert ist. Benutzen Sie dann wie gewohnt get_string, um den Benutzer mit "plaintext: " nach einem Klartext zu fragen.

Als nächstes implementieren Sie eine Funktion, die z.B. rotate heißt, und als Eingabe einen char und einen int entgegennimmt. Der int legt dabei fest, um wie viele Positionen der übergebene char rotiert wird. Aber nur, wenn es ein Buchstabe ist! Wenn der char kein Buchstabe ist, sollte die Funktion stattdessen den gleichen char unverändert zurückgeben. Zusätzlich muss, falls erforderlich, der Überlauf von Z nach A (und von z nach a) behandelt werden.

Tipps
  • Wahrscheinlich brauchen Sie einen Prototyp wie diesen:

    char rotate(char c, int n);

    Ein Funktionsaufruf wie

    rotate('A', 1)

    oder auch wie dieser

    rotate('A', 27)

    sollte 'B' zurückgeben. Und ein Funktionsaufruf wie

    rotate('!', 13)

    sollte '!' zurückgeben.

  • Erinnern Sie sich daran, dass Sie mit (int) explizit einen char in einen int und mit (char) einen int in einen char “casten” können. Sie können dies auch implizit tun, indem Sie das eine einfach als das andere behandeln (z.B. indem Sie eine Subtraktion mit einem char durchführen).

  • Vermutlich ist es sinnvoll, den ASCII-Wert von 'A' von allen Großbuchstaben zu subtrahieren, um 'A' als 0, 'B' als 1 usw. zu behandeln, während Sie arithmetische Berechnungen durchführen. Wenn Sie fertig sind, addieren Sie einfach wieder das 'A'. Dasselbe Vorgehen funktioniert natürlich auch mit den Kleinbuchstaben.

  • Sie könnten einige andere Funktionen, die in ctype.h deklariert sind, als hilfreich empfinden, siehe manual.cs50.io.

  • Erinnern Sie sich, wie hilfreich % (modulo) sein kann, wenn Sie arithmetisch von einem Wert wie 25 zu 0 “überlaufen” wollen.

Erweitern Sie main abschließend so, dass es "ciphertext: " ausgibt und dann über jedes char im Klartext des Benutzers iteriert, für jedes rotate aufruft und den Rückgabewert ausgibt.

Tipps
  • Erinnern Sie sich, dass printf ein char mit %c ausgeben kann.
  • Wenn Sie beim Aufruf von printf überhaupt keine Ausgabe sehen, liegt das wahrscheinlich daran, dass Sie Zeichen außerhalb des gültigen ASCII-Bereichs von 0 bis 127 ausgeben. Versuchen Sie, Zeichen vorübergehend als Zahlen auszugeben (mit %i statt %c), um zu sehen, welche Werte von Ihrer Funktion zurückgegeben werden!

Testen

Korrektheit

Führen Sie in Ihrem Terminal den folgenden Befehl aus, um die Korrektheit Ihrer Arbeit zu überprüfen:

check50 -l cs50/problems/2024/x/caesar
Verwendung von debug50

Möchten Sie debug50 ausführen? Sie können dies wie folgt tun, nachdem Sie Ihren Code erfolgreich mit make kompiliert haben,

debug50 ./caesar KEY

wobei KEY der Schlüssel ist, den Sie als Kommandozeilenargument an Ihr Programm übergeben. Beachten Sie, dass die Ausführung von

debug50 ./caesar

(im Idealfall!) dazu führt, dass Ihr Programm endet, indem es den Benutzer zum Drücken einer Taste auffordert.

Style

Führen Sie den folgenden Befehl aus, um den Stil Ihres Codes mit style50Prüfprogramm von CS50, das zeigt, wo Ihr Code von den Formatierungsregeln abweicht. In Grün zeigt es, was Sie ergänzen sollten, in Rot, was wegfallen soll. Glossar → zu analysieren:

style50 caesar.c

Zum Weiterlesen: Cäsar und seine Geheimschrift

Für die Lösung der Aufgabe nicht nötig.

Angeblich hat Cäsar vertrauliche Nachrichten „verschlüsselt“ (d.h. umkehrbar unkenntlich gemacht), indem er jeden Buchstaben um eine bestimmte Anzahl von Stellen verschob. Zum Beispiel könnte er A als B geschrieben haben, B als C, C als D, …, und am Ende beim Überschreiten des Alphabets, Z als A. Um jemandem “HELLO” zu sagen, könnte Cäsar also stattdessen “IFMMP” geschrieben haben. Der Empfänger dieser Nachricht müsste diese “entschlüsseln”, indem er die Buchstaben um die gleiche Anzahl von Stellen in die entgegengesetzte Richtung verschiebt.

Die Sicherheit dieses “Kryptosystems” beruhte darauf, dass nur Cäsar und die Empfänger das Geheimnis kannten, nämlich die Anzahl der Stellen, um die Cäsar seine Buchstaben verschoben hatte (z.B. 1). Nach heutigen Maßstäben ist diese Verschlüsselung nicht besonders sicher. Aber wenn man das womöglich als Erster überhaupt gemacht hat, ist es natürlich ziemlich sicher!