Wie Sie Inf-Einf-B bewältigen
Diese Seite fasst zusammen, wie Sie diesen Kurs bestehen. Wir stellen sie in der ersten Vorlesung vor; lesen Sie sie im Semester ruhig noch einmal, vor allem wenn Sie merken, dass Sie nicht mehr mitkommen.
Das Wichtigste in jeder Woche
- Die Übungsaufgaben selbst versuchen, bis zur Abgabe am folgenden Montag – auch wenn nicht alles klappt.
- Nach der Besprechung im Tutorium alle Aufgaben komplett selbst lösen, auch die, bei denen Sie vorher hängen geblieben sind.
- Die Beispiele aus Vorlesung und Shorts nachprogrammieren.
Alles andere – Vorlesung, Notes, Shorts ansehen, Warm-ups – dient diesen drei Punkten. Wenn die Zeit knapp ist, haben diese drei Punkte Vorrang.
Der wöchentliche Lernablauf
Die Übung zu einer Vorlesung erscheint am Montag, zusammen mit der Vorlesung. Abgabe ist am Montag darauf, besprochen wird sie in den Tutorien der Woche danach. So haben Sie zwischen Vorlesung und Besprechung gut eine Woche Zeit für die Aufgaben.
Montag: Vorlesung
- Besuchen Sie die Vorlesung.
- Verlassen Sie die Vorlesung mit gemischten Gefühlen: Inspiration und Frustration – das ist normal!
- Inspiration: „Das ist interessant und cool!“
- Frustration: „Ich verstehe gar nichts!“
- Beide Gefühle gehören beim Programmieren zum Lernprozess dazu.
Nach der Vorlesung
- NICHT die Folien zusammenfassen! Das ist eine einfache und dankbare Arbeit und fühlt sich sehr produktiv an. Für die Klausur nützlich ist es nicht. Es ist eine Form von Prokrastination.
- Sehen Sie sich die NotesDie schriftliche Fassung einer Vorlesung auf dieser Website, zum Nachlesen und Nachschlagen. Glossar → an (umfassende Zusammenfassung der Vorlesung mit Code-Beispielen).
- Programmieren Sie die Beispiele aus der Vorlesung nach – nicht nur kopieren, sondern Zeile für Zeile abschreiben und mitdenken: „Was muss in der nächsten Zeile stehen? Warum ist das so?“
Dienstag bis Freitag: Tutorium
- Im Tutorium steigen Sie gemeinsam in die neue Übung ein, die am Montag erschienen ist. Danach geht es um die Stolperstellen der Übung aus der Vorwoche.
- Besuchen Sie die Tutorien – auch wenn Sie zu Hause gar nichts lösen konnten oder keine Zeit hatten. Gerade dann hilft der gemeinsame Einstieg.
- Gehen Sie nicht hin, um alles mitzuschreiben. Gehen Sie hin, weil Sie sich vorher oder nachher mit den Übungen beschäftigen wollen.
- Möglicherweise können Sie nicht bei allen Erklärungen zuhören, weil Sie einen „Aha-Moment“ haben und in Ihrem Code Anpassungen vornehmen. Das ist kein Problem, das ist gut!
Bis zum nächsten Montag: Übung selbst versuchen
- Versuchen Sie die Aufgaben selbst zu lösen – auch wenn sie schwierig sind und Sie nicht alles schaffen. Sie wissen danach, „was nicht funktioniert hat“, und genau das macht die Besprechung im Tutorium wertvoll.
- Wenn Sie nicht wissen, wie Sie anfangen sollen: Die freiwilligen Warm-ups führen die neuen Sprachmittel in kleinen Schritten ein.
- Laden Sie Ihre Lösung oder Ihren Lösungsversuch bis Montag im VC-Kurs hoch. Danach erhalten Sie den Link zur Musterlösung.
Wo Sie hängen bleiben: Shorts
- Die Short-VideosKurze Videos zu je einem Thema der Vorlesung, jeweils mit Folien. Am Ende stehen „Die drei Extra-Minuten“ mit Zusatzaufgaben für alle, die eine sehr gute Note anstreben. Glossar → vertiefen einzelne Themen der Vorlesung. Schauen Sie sie gezielt dort an, wo Sie bei einer Aufgabe nicht weiterkommen, und programmieren Sie die Beispiele darin nach.
- „Die drei Extra-Minuten“ am Ende der Shorts sind für alle gedacht, die eine sehr gute Note anstreben.
Nach der Besprechung im Tutorium
- Sie haben nun für die meisten Aufgaben die grundsätzliche Lösungsidee gesehen. Programmieren Sie jetzt alle Aufgaben, die Sie noch nicht selbst gelöst haben – hier ist der größte Lerneffekt!
- Der Moment, wenn Sie merken: „Oh! Ich hätte dort eine doppelt verschachtelte for-Schleife verwenden müssen! Daran habe ich nicht gedacht!“ – DANN lernen Sie!
Zeitinvestition pro Woche
- Mehr als nur 4 Stunden Vorlesung und 2 Stunden Tutorium!
- Sie müssen mehrmals pro Woche programmieren (ab Woche 1).
- Ermitteln Sie dazu mehrere Zeitfenster in Ihrem Wochenkalender, in denen Sie programmieren.
- Das ist die Strategie, um diesen Kurs zu bestehen. Mehrmals pro Woche programmiert haben die Studierenden, die letztes Jahr bestanden haben.
Sie müssen es selbst tun
- Programmieren lernen ist wie Klavier spielen oder Fahrrad fahren lernen:
- Sie können kein Klavier spielen lernen, indem Sie nur Vorlesungen darüber hören.
- Sie können nicht Fahrrad fahren lernen, indem Sie nur YouTube-Videos ansehen.
- Sie müssen programmieren. Es gibt keine Alternative dazu.
- Sie müssen hinfallen und wieder aufstehen – mehrmals. Nach dem vierten Versuch, vielleicht auch erst nach dem zehnten werden Sie den Dreh raus haben.
- Ihr Gehirn muss Erfahrungswissen aufbauen. Das kommt nur durch Praxis, nicht durch Auswendiglernen.
Was funktioniert – und was nicht funktioniert
Was NICHT hilft:
- Inhalte auswendig lernen (Klausur fragt nicht nach auswendig gelernten Fakten)
- Beispiel: Klausur fragt nicht nach dem Unterschied zwischen „additiver und subtraktiver Farbmischung“ – Was bringt das? Sie würden nur zwei Wörter und ein paar Definitionen lernen und schnell wieder vergessen.
- Detaillierte Zusammenfassungen der Vorlesungsfolien erstellen
- Sie sind es vielleicht aus der Schule oder anderen Kursen gewohnt: „Folien zusammenfassen, so gut es geht und auswendig lernen.“ Der Schock in der Prüfung: Das war nicht gefragt.
Was HILFT:
- Alle Code-Beispiele aus der Vorlesung und den Shorts selbst von Hand nachprogrammieren (Zeile für Zeile selbst eingeben)
- Regelmäßige Besuche von Vorlesung und Tutorium
- Mehrmals pro Woche programmieren
- Übungen vollständig bearbeiten
- Wenn Sie unbedingt etwas zusammenfassen wollen: Fassen Sie die Short-Videos zusammen
Die Gefahr des Zurückfallens
- Früh zurückzufallen hat fatale, kaskadierende Effekte!
- Woche 1: Funktionen, Bedingungen, Schleifen in C
- Woche 2: Wir gehen davon aus, dass alle mit den Inhalten aus Woche 1 vertraut sind, und nutzen diese Mechanismen nun routinemäßig
- Wenn Sie Schleifen in Woche 1 nicht verstehen, verstehen Sie in Woche 2-5 nichts, weil ab jetzt überall Schleifen verwendet werden.
- Woche 5: Sie hängen immer noch bei Schleifen fest, während der C-Teil der Vorlesung schon fast abgeschlossen ist.
- In diesem Fall müssen Sie zuerst die Grundlagen nachholen. Es macht nun keinen Sinn, Zeit mit Woche-5-Material zu verbringen, wenn Sie die benötigten Woche-1-Grundlagen nicht verstehen.
- Das Problem: Es ist für Sie schwer zu erkennen, dass Sie in Woche 5 nichts verstehen, weil Sie die Inhalte aus Woche 1 noch nicht verstanden haben. Im besten Fall bemerken wir es in der Vorlesung oder in den Tutorien, wenn Sie eine Frage stellen. Daher ist es so wichtig, dass Sie Fragen stellen!
- Strengen Sie sich in den ersten drei Wochen ganz besonders an. Der Schaden ist geringer, wenn Sie erst in Woche 5 aussteigen als schon in Woche 1.
Übungen hochladen
Sie KÖNNEN Übungen im VC hochladen – nicht verpflichtend, aber sehr empfohlen
Deadline: am Montag eine Woche nach der Vorlesung, also vor den Tutorien, in denen die Aufgaben besprochen werden.
Vorteile des Hochladens:
- Zeigt Ihnen und uns, dass Sie für Ihren Erfolg gearbeitet haben – Sie haben ein weiteres Stück des Kurses geschafft! Ein Grund zum Feiern!
- Feedback für uns als Lehrende: „Die Übungen waren lösbar, die Studierenden sind noch dabei.“
- Sie erhalten einen Link zu Musterlösungen für alle Aufgaben der jeweiligen Woche
Es gibt keine Noten und keine Bonuspunkte auf die Uploads – es erzeugt einfach ein gutes Gefühl, etwas geleistet zu haben. Das ist wichtig für Ihre Motivation. Sie zeigen sich und uns damit: Sie sind noch am Ball!
- Die Übungsabgaben sind die einzige Möglichkeit für Sie UND für uns zu sehen, ob Sie auf Kurs sind.
- Ohne Abgaben merken Sie erst in der Klausur, dass Sie nicht programmieren können.
- Letztes Jahr: Die meisten, die regelmäßig ihre Lösungen hochgeladen haben, haben bestanden. Von denen, die nichts hochgeladen haben, haben die meisten die Prüfung nicht bestanden.
Tutorien
- Keine Anmeldung erforderlich – einfach hingehen!
- Wenn ein Tutorium sehr voll ist, ist es oft eine Woche später weniger voll
- Sie können jederzeit einfach in ein anderes Tutorium wechseln. Alle behandeln dieselben Aufgaben, können sich aber inhaltlich unterscheiden – es werden nun einmal unterschiedliche Fragen gestellt und die Tutoren erklären manche Aufgaben unterschiedlich.
- Mehr als ein Tutorium zu besuchen macht keinen Sinn – nutzen Sie die Zeit lieber, um selbst an den Aufgaben zu arbeiten.
Booklet
- Damit Sie wirklich nichts auswendig lernen müssen, dürfen Sie semesterbegleitend ein 7-seitiges Booklet (DIN A5 Größe, halb so groß wie DIN A4) erstellen
- Wichtig: alle Seiten müssen von Ihnen handschriftlich in Ihrer eigenen Handschrift erstellt sein
- Upload als PDFs, PNGs oder JPEGs bis zu bestimmten Deadlines im VC-Kurs
- Sie erhalten Ihre hochgeladenen Seiten am Prüfungstag als gedrucktes Booklet
- Strategie: Schreiben Sie auf, was Sie NICHT auswendig lernen wollen
- Denken Sie sorgfältig nach, was Sie einbeziehen – was ist Ihre „Lebensversicherung“, die Sie auf Papier haben wollen?
- Studierenden-Feedback zur Nützlichkeit variiert. Gründe für geringe Nützlichkeit u.a.:
- „Nicht nützlich – nichts, was ich im Booklet aufgeschrieben hatte, wurde gefragt“
- „Nicht nützlich – alles, was ich aufgeschrieben hatte, wusste ich auch auswendig“
- Schauen Sie sich alte Klausuren an (im VC-Kurs), um zu entscheiden, was Sie einbeziehen
- 6-ECTS-Studierende können ebenfalls ein 7-seitiges Booklet erstellen.
Realitätscheck
- Die bisherigen Prüfungsergebnisse waren sehr unbefriedigend. Letztes Jahr sind mehr als 70 % im ersten Versuch durchgefallen. Fast 60 % in der Wiederholungsprüfung. Am Ende hatten weniger als die Hälfte das Modul bestanden.
- Diese Ergebnisse sind schockierend – doch sie kamen nicht überraschend.
- Sie deuteten sich schon in Woche 4 an. Wir baten die Studierenden in einem Self-Assessment mit einfachen Programmieraufgaben in der Vorlesung, sich selbst einzuschätzen.
- Es kam heraus, dass 80 % der Anwesenden weniger als 20 % dieser grundlegenden Aufgaben lösen konnten.
- Das heißt: Sie wussten, dass sie nicht programmieren konnten. Trotzdem hat sich bei den meisten das Verhalten danach nicht geändert. Vier Monate später konnten sie immer noch nicht programmieren. Dann kam die Prüfung.
- Der Kurs ist schaffbar – mehrere Studierende haben eine 1,0 erreicht.
- Etwa 70 Studierende haben letztes Jahr bestanden. Sehr viele dieser 70 kamen regelmäßig zur Vorlesung und in die Tutorien. Von denjenigen, die nicht regelmäßig kamen, hat offenbar fast niemand bestanden. Wir können natürlich nicht beweisen, dass Anwesenheit der Grund für das Bestehen war. Aber wir können sagen: Unter denjenigen, die nicht oder selten kamen, gab es offenbar fast keine Erfolgsgeschichten.
Was heißt das jetzt?
- Können alle diesen Kurs bestehen? Theoretisch ja – Programmieren kann man lernen. Praktisch? Letztes Jahr war der Hörsaal zu Semesterbeginn voll besetzt – 230 Personen im Raum. Bestanden haben am Ende etwa 30 % davon.
- Vielleicht waren manche von ihnen intelligenter, vielleicht hatten manche schon Vorkenntnisse. Bestanden haben aber auch viele, die regelmäßig programmiert haben und die selbst versucht haben, die Übungen zu lösen.
- Auch Sie können es schaffen. Die Frage ist, ob Sie bereit sind, das zu tun, was die erfolgreichen Studierenden letztes Jahr getan haben.
- Die Realität ist kompliziert: Durchhalten kostet Kraft. Wir werden daher jeden Montag in der Vorlesung unser Bestes geben. Kommen Sie in die Vorlesung – dort gibt es Inspiration und Motivation (und manchmal sogar Kekse).
- Die harte Realität: Inspiration und Motivation reichen nicht. Sie müssen jede Woche intensiv und am besten jeden Tag ein bisschen programmieren.
- Das heißt: Mit 4 Stunden Vorlesung und 2 Stunden Tutorium ist die Arbeit nicht getan. Viele von Ihnen werden noch einmal 10 Stunden pro Woche zu Hause investieren müssen.
- Es hilft nichts: Sie müssen programmieren. Selbst.
- Suchen Sie sich jetzt mehrere Zeitfenster in der Woche, in denen Sie programmieren – nicht die Vorlesung oder die Notes zusammenfassen, nicht die Shorts schauen, das zählt nicht.
- Denn das ist es, was diejenigen, die die Prüfung bestanden haben, getan haben.
- Die Kosten-Nutzen-Rechnung für Unmotivierte: Viele von Ihnen werden nach diesem Kurs nie wieder ernsthaft programmieren müssen. Das wissen Sie vielleicht schon jetzt.
- Viele Kurse haben Prüfungen, die man mit Pattern-Matching und Auswendiglernen bestehen kann. Informatik-Studierende können ihr Studium schaffen, ohne viel Code zu schreiben. Wirtschaftsinformatik-Studierende sowieso. Manche von Ihnen sind hier, weil Sie müssen, nicht weil Sie wollen.
- Handeln Sie rational! Überlegen Sie es sich: „Bin ich bereit, ein Semester lang intensiv zu programmieren, um diese Hürde zu nehmen – oder will ich die nächsten drei Jahre immer wieder an diesem einen Kurs scheitern?“
- Sie müssen das Programmieren nicht lieben. Aber für ein Semester müssen Sie es tun. Mehrmals pro Woche. Das ist die Rechnung: 270 Stunden intensive Arbeit jetzt oder drei Jahre Frustration und verschwendete Zeit.
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